Er drückt, er schmerzt, er ist aufgebläht und verkrampft – wenn der Darm Probleme macht, leidet nicht nur die Gesundheit, sondern auch die Lebensqualität. Für zahlreiche Menschen gehören Darmbeschwerden zum Alltag: Verstopfung, Durchfall und Blähungen gehören wohl zu den häufigsten Darmproblemen. Schuld daran ist oftmals die moderne Lebensweise, die uns zu viel sitzen und Fertiggerichte hinunterschlingen lässt. In der deutschen Bevölkerung kommen Darmerkrankungen ziemlich häufig vor. Zu den häufigsten Gesundheitsstörungen überhaupt zählt etwa das Reizdarmsyndrom, aber auch der sogenannte Leaky Gut macht vielen Probleme. Eine weitere wichtige Gruppe stellen die chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen dar, dazu zählen Morbus Crohn und Colitis ulcerosa. Kollagen könnte eine Lösung sein.

In diesem Artikel erfährst du mehr zu:

  1. Unser Darm
  2. Wenn der Darm Probleme macht
  3. Kollagen: Darm
  4. Darm: Kollagen bei Leaky Gut-Syndrom
  5. Darm: Kollagen bei Reizdarmsyndrom
  6. Darm: Kollagen für die Darmflora

1.  Unser Darm

Hast du gewusst, dass der Darm unser größtes Organ ist? Immerhin nimmt er mit 200 m² etwa die Fläche eines halben Fußballfeldes ein. Diese große Oberfläche ist sehr wichtig, damit der Darm seine Funktionen korrekt ausführen kann. Dazu gehört in erster Linie die Nährstoffaufnahme. Denn die Nahrung, die du zu dir nimmst, muss im Darm aufgenommen und in den Körper verteilt werden. Außerdem fungiert der Darm als eines der wichtigsten Entgiftungsorgane, denn die Abbauprodukte aus der Lebern werden über den Stuhl ausgeschieden. Und: Etwa 80 % aller Immunzellen im menschlichen Körper sitzen im Darm. Von daher entscheidet sich hier, wie stark deine Abwehrkräfte sind. Die Darmwand ist nur wenige tausendstel Millimeter dick, stellt aber trotzdem eine solide Barriere dar, die für uns lebensnotwendig ist. Wenn die Darmwand nämlich nicht intakt ist, gelangen Bakterien, Toxine und unverdaute Nahrung in den Blutkreislauf und rufen hier Entzündungen hervor, die mit verschiedenen Krankheitsbildern einhergehen können. So hat die Darmgesundheit enorme Auswirkungen auf die Gesundheit des gesamten Körpers. Die gute Nachricht: Du kannst deine Darmgesundheit und so auch deine allgemeine Gesundheit durch deinen Lebensstil und deine Ernährung positiv beeinflussen.

2. Wenn der Darm Probleme macht

Schätzungsweise ein Viertel der Bevölkerung in den Industrienationen leidet unter Verdauungsstörungen. Die Ursachen sind häufig genetisch oder lebensstilbedingte Unverträglichkeiten auf Nahrungsmittel wie z. B. Milchzucker (Laktose), Klebereiweiß aus Getreiden (Gluten) oder einem Fruktose-Überschuss. Auch das Leaky Gut-Syndrom und Veränderungen in der Darmflora können Probleme im Darm hervorrufen. Daneben gibt es chronisch-entzündliche Erkrankungen wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa sowie Autoimmunerkrankungen wie Zöliakie. Das Reizdarm-Syndrom ist in seiner Ursache noch nicht ganz geklärt. Eine ganze Reihe an Darmbeschwerden also, die für Betroffene häufig starke Schmerzen, Unwohlsein und eine Einschränkung der Lebensqualität bedeuten. 

Und was haben all diese Darmbeschwerden gemeinsam? Häufig sind bei ihnen die Dünndarmzellen und die Darmschleimhaut geschädigt. Und wie können wir unseren Darm schützen und ihn unterstützen? Experten glauben, dass Kollagen und Hyaluronsäure dabei helfen, den Darm wieder „abzudichten“. Sie unterstützen den Darm bei der Reparatur der Darmzellen und der Darmschleimhaut. Und wie soll das funktionieren?

3. Kollagen: Darm

Kollagen ist das wichtigste Strukturprotein im menschlichen Körper und stellt etwa 30 % des kompletten Proteinanteils im ganzen Körper dar. Es befindet sich vornehmlich im Bindegewebe und macht hier einen Großteil der extrazellulären Matrix aus. Kollagen hält quasi unseren Körper zusammen. Es dient sozusagen als Gerüst und verleiht dem Gewebe Form und Spannung. Die Etymologie lässt bereits Rückschlüsse auf seine Funktion im Körper zu: Der Begriff Kollagen geht auf das griechische Wort kolla zurück, was Leim bedeutet. Kollagenfasern weisen eine enorme Zugfestigkeit auf, sind allerdings kaum dehnbar. Kollagen setzt sich aus verschiedenen Aminosäuren zusammen. Eine der häufigsten von ihnen ist Glycin. Es ist somit ein Hauptbestandteil von Kollagen. Denaturiertes – also gekochtes – Kollagen bezeichnet man als Gelatine. Sie ist etwa in einer lange gekochten Knochenbrühe enthalten. Mehr Details zur Bildung und Zusammensetzung von Kollagen erfährst du übrigens im Artikel Was ist Kollagen (Collagen), woraus besteht es?

Die Wirkung von Kollagen im Darm

Kollagen ist bekannt dafür, die Darmschleimhaut zu beruhigen. Forscher sagen: Es repariert die beschädigten Zellwände und füllt sie mit wichtigen Aminosäuren auf. Kollagen besitzt die Fähigkeit, Bindegewebe aufzubauen und genau darin besteht der große Vorteil für den Darm. Denn so trägt das Kollagen dazu bei, die schützende Schleimhaut des Magen-Darm-Traktes zu „versiegeln“. Patienten, die an entzündlichen Darmerkrankungen leiden, haben oftmals einen niedrigen Kollagenspiegel im Blut. Die im Kollagen enthaltenen Aminosäuren tragen zum Aufbau vom Gewebe bei, das den Darm auskleidet. Experten vermuten, dass eine gezielte Kollagenaufnahme über die Nahrung dazu beitragen könnte, Störungen des Verdauungstraktes zu behandeln. Darunter auch die Beschwerden des Leaky Gut-Syndroms, des Reizdarmsyndroms, Morbus Crohn und Colitis ulcerosa. Außerdem unterstützt das Protein den Darm dabei, Wasser zu absorbieren. Denn eine der Eigenschaften von Kollagen ist, dass es Wasser binden kann: Rund 60 % seines Gewichts stellt der Wassergehalt dar.

Der Körper kann Kollagen selbst herstellen. Wenn wir aber älter werden – ab dem 25. Lebensjahr etwa – dann nimmt die körpereigene Kollagensynthese immer weiter ab. Die Folgen werden äußerlich sichtbar durch Falten und ein schwaches Bindegewebe. Dann sollten wir Kollagen gezielt über die Nahrung zuführen. Kollagenreiche Lebensmittel sind etwa eine gute Knochenbrühe oder Speisen mit Gelatine. Gelatine besteht nämlich bis zu 90 % aus Kollagen. Rezeptideen findest du im Artikel Leckere Rezepte mit Kollagen und Gelatine

Glycin im Kollagen – Darm

Im Kollagen befindet sich Glycin an jeder dritten Stelle. Vor allem diese Aminosäure ist bekannt dafür, die Darmschleimhaut zu stabilisieren. Forscher vermuten, dass die Wirkung von Glycin darauf beruht, dass es Schäden durch überschüssige Säure verringert und Schutzmechanismen wie etwa die Durchblutung der Magenschleimhaut fördert (M. A. Razak et al., 2017). Auch Studien bestätigen: Glycin kann den Darm dank seiner entzündungshemmenden, immunregulierenden und zellschützenden Eigenschaften stärken (Z. Zhong, 2003). 

Bei Glycin handelt es sich also um eine Substanz, die einen Schutzeffekt auf die Enterozyten ausübt. Enterozyten werden auch Saumzellen genannt und sie sind die häufigsten Zellen des Dünndarmephitels. Hier sind sie für die Resorption der Nährstoffe zuständig. Zusätzlich befinden sie sich auch im Dickdarm. Zudem bildet unser Darm den Glycintransporter GLYT1. Der stellt die ausreichende Glycinversorgung der Schleimhautzellen im Dünn- und Dickdarm sicher. Forscher glauben, dass Glycin vor allem bei entzündlichen Darmerkrankungen nützlich ist. 

Glycin ist eine nicht essenzielle Aminosäure. Das bedeutet, dass der Körper sie eigentlich selbster bilden kann. Es gibt aber immer wieder Umstände, in denen der Körper dazu nicht ausreichend in der Lage ist. Auch eine proteinarme Ernährungsform kann einen Glycinmangel hervorrufen. Dann sollten wir Glycin gezielt über die Nahrung aufnehmen – hier bieten sich kollagenreiche Lebensmittel wie eine gute Knochenbrühe an.

Glutamin im Kollagen – Darm

Eine weitere Aminosäure in Kollagen und der Gelatine ist Glutamin. Die Schleimhautzellen des Gastrointestinaltraktes nutzen Glutamin als ihre Hauptenergiequelle. Forscher haben herausgefunden, dass eine teilparentale Ernährung – also eine Versorgung per Infusion – ohne Glutamin im Darm einen Gewebeabbau der Schleimhaut und der Darmfalten des Dünndarms hervorruft. Gibt man allerdings Glutamin zur Infusionslösung, so wird die Darmschleimhaut wiederhergestellt. 

Wissenschaftler fanden zudem heraus, dass Glutamin den Aminosäurestoffwechsel der Darmbakterien beeinflusst (Dai ZL et al. 2012). Das Ergebnis: Gibt man Glutamin zu den Bakterienkulturen, vermindert sich in den Bakterienstämmen im Dünndarm der Abbau der meisten Aminosäuren. Was das genau bedeutet? Werden weniger Aminosäuren abgebaut, steigt die Bioverfügbarkeit im Blutkreislauf. 

Bei Erkrankungen wie dem Reizdarmsyndrom, Morbus Crohn sowie , Colitis ulcerosa kann also eine Glutaminsupplementierung sinnvoll sein.

4. Darm: Kollagen bei Leaky Gut-Syndrom

Eine einseitige Ernährung, Alkohol, Infektionen und Antibiotika können die Darmwand schädigen und durchlässig machen. Ist die Darmwand nun „löcherig“ geworden, spricht man vom Leaky Gut Syndrom. Viele Menschen leiden unter dem Syndrom, sogar ohne es zu wissen. Doch die Symptome können verheerend sein für den Körper: Darunter sind Darmprobleme wie Blähungen, Schmerzen oder Reizdarm, Hautprobleme, neu auftretende Überempfindlichkeiten gegen bestimmte Nahrungsmittel, aber auch Depressionen und Angststörungen können ihre Ursache im Leaky Gut Syndrom haben. 

Durch die durchlässige Darmwand gelangen nämlich Bakterien und Giftstoffe in die Blutbahn. Um sie aus dem Körper zu entfernen, greift das Immunsystem an. Diese Immunantwort ist zwar eigentlich dafür gedacht, den Körper zu schützen, gleichzeitig folgt aus ihr aber immer auch eine Eintzündung. Experten setzen zur Behandlung des Leaky Gut Syndroms auf Kollagen und Gelatine. Kollagen hat – wie die Begriffsherkunft schon sagt – eine Leimwirkung und wirkt wie Flickzeug im Darm. Kollagen und Gelatine unterstützen so die Regeneration der Darmschleimhaut und dichten sie ab. Gelatine enthält daneben auch die Aminosäure Glutamin. Auch das Glutamin hilft dabei, die Darmwand zu stärken, sie zu schützen und somit den Folgen des Leaky Gut Syndroms entgegenzuwirken. 

Ein Vorteil von Knochenbrühe als Kollagen-Quelle ist, dass sie außerdem Hyaluronsäure enthält. Auch die Hyaluronsäure unterstützt die Regeneration des Darms. Zudem ist Knochenbrühe leicht verdaulich und sie hat eine wohltuende Wirkung auf den Verdauungstrakt.

5. Darm: Kollagen bei Reizdarmsyndrom

Verstopfung, Durchfall, Blähungen und schlimme Unterleibsschmerzen zählen zu den Symptomen des Reizdarmsyndroms. Für die Betroffenen hat das weitreichende Konsequenzen, denn für sie ist es kaum möglich ein normales Leben zu führen. Die Beschwerden sind heftig und die immer wieder ausbrechende Krankheit unberechenbar. 

Bei Betroffenen des Reizdarmsyndroms ist die Darmfunktion gestört. Die Ursache ist allerdings leider nicht bekannt. Die Wissenschaft hat einige Hypothesen dazu aufgestellt, die es allerdings noch zu beweisen gilt. So erfolgt nach der Diagnose des Reizdarmsyndroms ein individuelles Behandlungskonzept. 

Auch beim Reizdarmsyndrom kann die gezielte Aufnahme von Kollagen vermutlich positive Effekte haben. Denn Betroffene sollten in der Regel ihre Ernährung umstellen und alles meiden, was den Darm zu stark belastet. Dazu gehören etwa zuckerhaltige und fette Speisen, aber auch Kohlenhydrate und Milchprodukte. Das Kollagen aus einer Knochenbrühe beispielsweise kann wohltuend auf bei Beschwerden des Reizdarms wirken. Denn auch hier fördern die enthaltenen Aminosäuren den Aufbau von Gewebe, welches den Darm auskleidet. 

6. Darm: Kollagen für die Darmflora

In unserem Darm wimmelt es nur so vor Mikroorganismen: Im menschlichen Verdauungstrakt befinden sich zwischen 300 bis 500 verschiedene Arten von Bakterien. Diese sorgen dafür, dass Stoffe aus der Nahrung umgewandelt werden. Viele dieser Mikroorganismen sind für einen gesunden Körper von enormer Bedeutung. Eine gesunde Darmflora zeichnet sich durch überwiegend gute Bakterien aus. Denn es gibt auch Bakterien, die den Körper schädigen können. Entscheidend ist also, von welchen Bakterienstämmen unser Darm besiedelt ist. Die Hauptursache für schädliche Bakterien im Darm liegen in der Gabe von Antibiotika, schlechter Ernährung, mangelnder Bewegung und chronischem Stress. 

Für die Darmgesundheit können vor allem kollagenhaltige Lebensmittel von Vorteil sein. Forscher glauben: Die enthaltenen Aminosäuren wie Glycin und Glutamin unterstützen die Stabilisierung der Darmflora. Vor allem Glycin hat offenbar durch seine entzündungshemmenden, immunregulierenden und zellschützenden Aktivitäten eine positive Wirkung.

Das Journal of Gastroenterology and Hepatology veröffentlichte eine Studie, laut der eine Vielzahl an guten Bakterien im Darm das Immunsystem verbessert, uns beim Abnehmen unterstützt und sogar die Symptome einer Depression lindern kann (E. M. M. Quigley 2013).

Weiterführende Informationen findest du in unserem ausführlichen Kollagen-Leitartikel: https://bonebrox.com/kollagen/

 

Quellen:

https://journals.lww.com/co-clinicalnutrition/Abstract/2003/03000/L_Glycine__a_novel_antiinflammatory,.13.aspx

https://www.primal-state.de/wenn-der-darm-streikt-die-haeufigsten-probleme-im-ueberblick/

https://www.herbano.com/de/kollagen-hydrolysat-kapseln

https://www.diagnostisches-centrum.de/ueber-das-diagnostische-centrum-fuer-mineralanalytik/99-laborleistungen/dcms-profile/575-die-mikronaehrstoffanalyse-bei-darmbeschwerden.html

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22451274

 

#omasliebling auf Instagram

Poste deine #omasliebling Fotos auf Instagram und verlinke @bonebrox.
Mit etwas Glück kannst du einen 10% Rabattcode gewinnen und wir featuren dich in unserer Hall of Brox!