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Glutenintoleranz erkennen: Wegweiser im Dickicht der Symptome und Liste mit 8 Symptomen

Glutenintoleranz erkennen: Wegweiser im Dickicht der Symptome und Liste mit 8 Symptomen 

Lebensmittel mit Gluten in der Ernährung verursachen bei vielen Menschen ganz unterschiedliche Symptome und Beschwerden. Das erschwert die Diagnose von Glutenintoleranz und Zöliakie. Glutenunverträglichkeit, Weizenunverträglichkeit, Weizenallergie oder Glutensensitivität: Zahlreiche Worte beschreiben den Umstand, dass wir das Klebereiweiß in Getreide nicht gut verdauen können.  

Glutenfrei leben ist dafür die beste Therapie und kann die Gesundheit stärken.  

Eine wichtige Eingangsfrage lautet: Wie erkennst du Glutenintoleranz? Hier findest du Informationen zu dem Thema! 

Glutenintoleranz oder Zöliakie? Die Unterschiede

Die moderne Medizin und ihre Vertreter präsentieren sich häufig so, als hätten sie die meisten Rätsel unserer Gesundheit schon erforscht. Das Beispiel Glutenintoleranz zeigt jedoch, dass sie in vielen Bereichen nur an der Oberfläche kratzen.  

Bis 2012 war die Fachwelt davon überzeugt, dass es sich bei Glutenintoleranz um ein typisches Symptom von Zöliakie oder Weizenallergie handelt (1). Dann zeigte sich in Untersuchungen, dass auch Menschen ohne Zöliakie und Allergie auf Getreide Gluten nicht verdauen können. Das führte zu der neuen Bezeichnung Nicht-Zöliakie-Glutensensitivität (2). 

Dieser Begriffswirrwarr ist ein Anzeichen dafür, dass es zu diesem Thema noch viel zu erforschen gibt. Ständig werden neue Studien verfasst, weil Glutenintoleranz und Zöliakie weit verbreitet sind. Genaue Zahlen existieren nicht, weil es für die Diagnose von Nicht-Zöliakie-Glutensensitivität noch keine erprobten Kriterien gibt (3). 

Aussagekräftiger als eine wissenschaftliche Studie dürfte in diesem Zusammenhang der Blick in die Regale von Supermärkten sein. Selbst der Discounter um die Ecke bietet heute glutenfreie Lebensmittel an. Das lässt tief blicken. Sind Millionen von Bundesbürgern auf einen Hype hereingefallen oder stärkt glutenfreie Ernährung tatsächlich unsere Gesundheit? 

Zöliakie, Glutenintoleranz und Weizenallergie unterscheiden 

Das Problem bei Gluten ist die Vielzahl der Symptome und Beschwerden. Ebenso kompliziert ist die Diagnose, die sich oft üblichen Labortests unterzieht. 

Bei Zöliakie handelt es sich um eine Autoimmunerkrankung (4). Das bedeutet, das Immunsystem reagiert falsch. Warum ist eine Frage, über die Wissenschaftler seit langem rätseln. Vererbung, Infektionen oder schädliche Umwelteinflüsse gelten als mögliche Ursachen (5). 

Bei Zöliakie bewertet das Immunsystem das Enzym Transglutaminase im Dünndarm als feindlichen Eindringling und reagiert darauf mit Entzündungen. Rund 1 Prozent der gesamten Weltbevölkerung sollen an dieser Krankheit leiden (6).  

Die Entzündungen im Dünndarm zerstören mit der Zeit die Darmzotten, die Nährstoffe vom Speisebrei ins Blut weiterleiten (7). Deshalb können bei nicht erkannter Zöliakie zahlreiche Mangelerscheinungen auftreten, die alle Organe betreffen. Aus diesem Grund ist es besonders bei Kindern wichtig, Zöliakie frühzeitig zu erkennen. 

Die Diagnose bei Zöliakie beinhaltet in der Regel einen Bluttest, der die Menge von Immunglobulin A (IgA) im Blut bestimmt. Bei Zöliakie fehlen diese Antikörper der Klasse A (8). Diese Tests sind auch im Internet erhältlich. Du nimmst dir zu Hause etwas Blut ab und schickst die Probe ein. Antikörper gegen Gliadin, eine Substanz in Gluten, können diese Diagnose bestätigen (9). 

Eine Biopsie des Dünndarms oder ein Atemtest kann Auskunft darüber geben, wie stark die Darmwand bereits geschädigt ist (10-11). Für den Atemtest trinkst du eine Lösung mit dem Zuckermolekül Xylose, das bei Zöliakie nicht verdaut werden kann. Landet es im Dickdarm, produzieren Darmbakterien Wasserstoff, der ausgeatmet wird. Die Konzentration von Wasserstoff in der Atemluft lässt Rückschlüsse auf die Darmgesundheit zu.  

Bei Weizenallergie handelt es sich um eine typische Allergie auf Lebensmittel, die sich im Prinzip relativ einfach erkennen lässt. IgE-Antikörper im Blut geben ebenso Hinweise wie der übliche Hauttest für Lebensmittelallergien (12).  

Eine Metastudie aus dem Jahr 2020 bezeichnet den IgE-Test jedoch nur geeignet, um grobe Informationen zu liefern. Demnach ist der Test der Haut aussagekräftiger (13). Aber auch diese Testmethode liefert keine hundertprozentige Trefferquote (14).  

Labortests funktionieren nie 100-prozentig 

Bei allen Labortests solltest du immer den Gedanken im Hinterkopf behalten, dass kein Test hundertprozentig funktioniert. Es gibt immer eine Fehlerquote. Deshalb kann ein einzelner Test nie eine absolute gewisse Diagnose liefern. 

Am schwierigsten ist die Diagnose von nicht-zöliakischer Glutensensitivität (15). In diesem Fall versagen die üblichen Labortests. Du leidest an starken Verdauungsbeschwerden und bekommst nur negative Testergebnisse? Lass dich von deinem Arzt nicht in die Schublade psychosomatisch stecken.  

Es kann auch in diesem Fall möglich sein, dass dein Darm Gluten einfach nicht verdauen kann. Besonders oft ist das der Fall, wenn du an Reizdarmsyndrom leidest (16).  

8 Anzeichen, dass du Gluten nicht verträgst

Glutenintoleranz, Zöliakie und Weizenallergie machen sich durch zahlreiche Symptome im gesamten Körper bemerkbar. Hier ist eine Liste der häufigsten Beschwerden, die Hinweise auf eine Art von Glutensensitivität geben. 

Symptom Nr. 1: Verdauungsbeschwerden 

Bauchschmerzen stehen hier an erster Stelle (17). Wenn unser Darm etwas nicht verträgt, reagiert er zunächst einmal mit Schmerzen. Verbunden damit sind häufig Blähungen sowie Durchfall und Verstopfung (18). Besonders bei Kindern ist Verstopfung oft ein Zeichen für Zöliakie (19). 

Symptom Nr. 2: schlechte Stimmung 

Unser Darm kommuniziert ständig mit unserem Gehirn und umgekehrt. Die Darm-Hirn-Achse besteht aus mehreren Kommunikationswegen. Neben direkten Nervenverbindungen tragen Botenstoffe und auch die Darmflora zur gegenseitigen Beeinflussung bei (20-22). Interessanterweise hat der Darm größeren Einfluss auf das Gehirn als umgekehrt. 

Deshalb machen sich Darmprobleme häufig in der Stimmung bemerkbar. Die Ursachen für Depressionen, Angstzustände und Gereiztheit können im Darm zu finden sein (23). Auch Autismus, Schizophrenie und andere psychische Störungen werden mittlerweile mit Gluten in Verbindung gebracht und als Gluten Psychose bezeichnet (24). Das ist ein weiterer Grund, um Verdauungsprobleme aller Art nicht auf die leichte Schulter zu nehmen.  

Symptom Nr. 3: schwaches Immunsystem 

Unabhängig ob Glutenintoleranz, Zöliakie oder nicht-zöliakische Glutenunverträglichkeit: Das Immunsystem schwächelt immer, wenn der Darm Gluten nicht verdauen kann (25-26). Allerdings ist nicht ganz klar, ob eine Immunschwäche der Grund oder die Folge der erhöhten Glutensensitivität sind.  

Falls du jedoch häufig an Infektionskrankheiten wie Erkältungen leidest, solltest du Gluten als mögliche Ursache in Betracht ziehen. 

Symptom Nr. 4: Hautprobleme 

Unser Darm steht in ständigem Austausch mit unserer Haut. Dieser Umstand ist mittlerweile als Darm-Haut-Achse bekannt (27). Kein Wunder also, dass sich eine Glutenunverträglichkeit häufig mit Hautproblemen bemerkbar macht (28). Der Auslöser für Juckreiz und Schuppen, aber auch für Hautkrankheiten wie Dermatits herpetiformis kann in der Ernährung, genauer Gluten, zu finden sein (29).  

Auch zwischen Schuppenflechte (Psoriasis) und Glutenintoleranz besteht ein enger Zusammenhang (30). Atopische Dermatitis (Neurodermitis), Vitiligo und palmoplantare Pustulose sind ebenfalls Hautkrankheiten, bei denen eine glutenfreie Ernährung häufig hilft (31). 

Symptom Nr. 5: Gelenkschmerzen 

Wenn unserem Körper Nährstoffe fehlen oder das Immunsystem verrückt spielt, sind die Gelenke häufig ein Angriffspunkt. Bei Gelenkschmerzen ist in der Regel die langsam wachsende Knorpelschicht in Mitleidenschaft gezogen. Sie ist nicht an das Blutsystem angeschlossen und erhält nährende Substanzen nur durch Diffusion von der Gelenkflüssigkeit, der Synovia (32).  

Kein Wunder, dass sich Nährstoffmängel, etwa durch Zöliakie, häufig in Problemen mit Gelenken äußern. Starke Gelenkschmerzen können auch in Zusammenhang mit Hautkrankheiten auftreten und sich durch glutenfreie Diät bessern (33).  

Nicht-zöliakische Glutenintoleranz greift ebenfalls oft die Gelenke an (34). Die Symptome der Autoimmunerkrankung rheumatoide Arthritis lassen sich ebenfalls mit einem Verzicht auf Gluten behandeln – sogar bei Patienten, bei denen die üblichen Therapien mit Immunsuppressiva und Schmerzmitteln versagen (35). 

Symptom Nr. 6: Erschöpfung 

Wird eine Glutenintoleranz lange nicht erkannt, kann es zu Erschöpfung kommen. Der wissenschaftliche Ausdruck dafür lautet chronisches Erschöpfungssyndrom, das sich in ständiger Müdigkeit, Schwierigkeiten mit Konzentration und das Fehlen von Motivation äußert (36). Nicht-zöliakische Glutenunverträglichkeit und Zöliakie kommen gleichermaßen als Ursachen in Frage (37-38). 

Symptom Nr. 7: Kopfschmerzen 

Migräneanfälle und Kopfschmerzen zählen zu den häufigen Symptomen von Zöliakie und nicht-zöliakischer Glutenintoleranz (39). Das ist ein wichtiges Anzeichen, speziell bei Kindern. Wenn deine Kleinen öfter unter Kopfschmerzen ohne ersichtlichen Grund leiden, solltest du an Glutenunverträglichkeit denken (40). Eine glutenfreie Diät kann Abhilfe schaffen (41). 

Symptom Nr. 8: Eisenmangel 

Ein Mangel an Eisen zählt zu den typischen Symptomen, die sich bei Menschen mit Zöliakie und Glutenintoleranz feststellen lassen (42). Um den Eisenspiegel zu verbessern, muss laut einer 2021 veröffentlichten Studie mindestens 6 Monate lang glutenfrei gegessen werden (43). Es kann aber auch bis zu 2 Jahren dauern, bis der Körper mit glutenfreier Ernährung wieder über ausreichend Eisen verfügt.  

Manchmal hilft eine glutenfreie Diät bei Eisenmangel und Glutenunverträglichkeit überhaupt nicht. Deshalb vermuten Wissenschaftler, dass bei diesem speziellen Symptom auch Vererbung eine Rolle spielen könnte (42). 

Glutenfrei leben: Lebensmittel mit und ohne Gluten

Experimentierfreude ist angesagt, wenn du häufig unter Verdauungsbeschwerden und/oder anderen Symptomen leidest und die üblichen Labortests versagen. Ein negatives Testergebnis bedeutet niemals 100-prozentige Sicherheit. 

Falls du bei dir oder deinen Lieben eine Glutenintoleranz vermutest, kannst du heute problemlos eine glutenfreie Ernährung austesten. 4 Wochen sind ratsam, um wirklich einen Unterschied zu spüren. Probiere einfach, wie du dich nach 4 Wochen ohne Gluten fühlst.  

Hilfreich ist in diesem Zusammenhang ein Tagebuch, in dem du deinen Körperzustand notierst. So kannst du etwaige Entwicklungen genau nachverfolgen. 

Mittlerweile gibt es viele Menschen, die sich mit einer glutenfreien Ernährung besser fühlen. Deshalb ist das Angebot an glutenfreien Produkten in Supermärkten groß. Allerdings bedeutet glutenfrei nicht automatisch gesund. Forscher sind alarmiert, weil glutenfreie Lebensmittel arm an komplexen Kohlenhydraten und dafür reich an Fetten und Einfachzuckern sind (43). 

Deshalb empfiehlt es sich, bei glutenfreier Lebensweise häufig zu kochen. Glutenfreie Rezepte findest du problemlos im Internet, auch Rezepte für glutenfreies Brot. Eine gemäßigte Fastenperiode, etwa Suppenfasten, kann deine Verdauung zusätzlich erleichtern – am besten, bevor du auf eine glutenfreie Ernährung umstellst. 

Hinweis in eigener Sache: Die Fastenguides und auch das Kollagen-Kochbuch von Brox enthalten eine Fülle gluten- und zuckerfreie Rezepte, die du einfach in deiner eigenen Küche zubereiten kannst.  

Für eine glutenfreie Ernährung reicht es, auf glutenhaltige Lebensmittel zu verzichten. Das auch als Klebereiweiß bekannte Gluten ist ein Bestandteil der meisten Getreidesorten. Bei Backprodukten, speziell bei Hefeteig, sorgt Gluten für den Zusammenhalt. Bei Pasta und Nudeln ist Gluten ebenfalls für die richtige Konsistenz verantwortlich. 

Folgende Getreidesorten enthalten Gluten: 

  • Weizen 
  • Roggen  
  • Gerste 
  • Dinkel 
  • Emmer 
  • Einkorn 
  • Grünkern 

Diese Lebensmittel sind von Natur aus glutenfrei: 

  • Kartoffeln 
  • Obst und Germüse 
  • Alle Arten von Fleisch 
  • Fisch und Meeresfrüchte 
  • Milch und Milchprodukte 
  • Eier 
  • Hülsenfrüchte 
  • Öle und Nüsse 
  • Kräuter 
  • Gewürze aller Art 

Knochenbrühe, Superfood für Glutenintoleranz 

Glutenintoleranz und Zöliakie strapazieren den Darm und können zu massiven Schäden in der Darmwand führen. Knochenbrühe kann helfen, die Gesundheit des Darms zu erhalten oder wieder herzustellen. 

Knochenbrühe ist reich an Kollagenpeptiden, die der Stoffwechsel leicht verwerten kann (44). Darüber hinaus liefert Knochenbrühe reichlich Glycin. Diese Aminosäure hemmt Entzündungen im Verdauungstrakt und im ganzen Körper (45). Das gibt dem Körper eine Verschnaufpause, in der sich das Immunsystem erholen kann. 

Zudem sind Glykosaminoglykane in Knochenbrühe enthalten. Diese Substanzen binden große Mengen an Feuchtigkeit und schützen so die Darmwand vor Entzündungen (46).  

Glutenfreie Ernährung: Einen Versuch wert

Glutenfreie Ernährung: Einen Versuch wert 

Glutenintoleranz kann sich in Symptomen bemerkbar machen, die den ganzen Körper stark in Mitleidenschaft ziehen. Deshalb ist die Diagnose problematisch. Selbst wenn dein Arzt keine Zöliakie, Glutenintoleranz oder Weizenallergie feststellen konnte: Probiere einfach einmal aus, ob sich deine Symptome mit glutenfreier Ernährung verbessern. 4 Wochen solltest du ohne Gluten leben, bevor du die Wirkung zuverlässig beurteilen kannst. 

 

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