Ein schönes Lächeln mit geraden, strahlend weißen Zähnen und gepflegtem Zahnfleisch wünschen wir uns wahrscheinlich alle. Wer seine Zähne nicht richtig pflegt, kann Karies oder Parodontitis bekommen. Aber auch trotz gründlichen Zähneputzens muss manchmal der Zahnarzt eingreifen. Im schlimmsten Fall müssen Zähne auch gezogen werden. Für die darauffolgende Behandlung der Wunde kommt häufig Kollagen zum Einsatz. Welche Vorteile das birgt? In diesem Artikel liest du mehr über:

  1. Kollagen – Was ist das?
  2. Kollagen nach Zahnextraktion: Kollagenkegel und Kollagenvliese
  3. Kollagen nach Zahnextraktion: Gesteuerte Knochenregeneration
  4. Kollagen zum Zahnfleischaufbau

1. Kollagen – Was ist das?

Kollagen ist ein Strukturprotein des Bindegewebes und macht bis zu 30 % aller Proteine im menschlichen Körper aus. Kollagenfasern verfügen über eine enorme Zugfestigkeit. Kollagen ist der organische Bestandteil von Zähnen und auch von Knochen, zudem ist es der Hauptbestandteil von der Haut, Knorpeln, Sehnen und Bändern. Unser Körper kann Kollagen selbst bilden. Was in jungen Jahren noch gut funktioniert, lässt mit zunehmendem Alter aber immer mehr nach: Etwa ab dem 25. Lebensjahr verlangsamt sich die körpereigene Kollagensynthese. Die internationale Schreibweise ist Collagen

Mehr zur Bildung und Definition von Kollagen erfährst du übrigens im Artikel Was ist Kollagen (Collagen), woraus besteht es?

2. Kollagen nach Zahnextraktion: Kollagenkegel und Kollagenvliese

Manchmal müssen Zähne gezogen werden. Sei es etwa aufgrund von tief sitzenderm Karies oder weil sie durch Parodontitis zu stark gelockert sind. Auch die Weisheitszähne müssen hin und wieder weichen, wenn sie Probleme verursachen wie etwa Platzmangel, Zystenbildung oder Entzündungen. 

Experten empfehlen bei Zahnextraktionen häufig die Einlage von speziellen Kollagenkegeln oder auch Kollagenvliesen. Diese beschleunigen die Wundheilung und halten den Knochen in seiner Form. Dadurch erleichtert sich der spätere Knochenaufbau, der nötig ist, um ein Implantat einsetzen zu können. Damit kann der noch notwendige Knochenaufbau auf ein Minimum reduziert werden. Diese Maßnahme nennt sich „Socket Preservation“.

Kollagenvliese

Kollagenvliese haben eine schwammartige Struktur und wirken sich positiv auf die Blutgerinnung aus. Das funktioniert so: Die Thrombozyten („Blutplättchen“) sammeln sich an den Kollagenfasern und lösen die Gerinnungsreaktion aus. Das ist enorm wichtig, denn schon bei einfachen Zahnentfernungen können Störungen der Blutgerinnung zu bedeutenden Blutungskomplikationen führen. Harmlos wirkende Nachblutungen nach einem zahnärztlichen Eingriff sind nicht zu unterschätzen, aus ihnen können sich sogar lebensbedrohliche Situationen für beispielsweise Menschen mit gestörter Blutgerinnung ergeben. 

Daneben sind Kollagenvliese in der Lage, große Mengen an Flüssigkeit aufzunehmen, wodurch sie Sekrete, Bakterien und abgestoßenes Material aufnehmen können. Die Wunde nach der Zahnentfernung wird durch die Kollagenvliese locker gefüllt, die Blutung gestillt und so verhindern sie meist auch die Bildung eines Wundhämatoms. Kollagenvliese werden vollständig resorbiert und es bedarf keines Zweiteingriffs zur Entfernung. Sie sind sehr biokompatibel, denn bei Kollagen handelt es sich um ein körpereigenes Material. Das verwendete Kollagen von Tieren ähnelt zudem dem menschlichen Protein. Zudem unterstützen sie die Neubildung von Blutgefäßen und fördern das Knochenwachstum. Zu guter Letzt begünstigen sie die Wundheilung und verringern dank ihrer pH-Stabilität die Gefahr von Entzündungen an der Wunde. Auch bei Zähnen. 

Kollagenkegel 

Kollagenkegel werden zudem alternativ eingesetzt, da auch sie helfen, die Blutung zu stillen. Die Passform des Kegels trägt dazu bei, die Wunde vor Bakterien und Speiseresten zu schützen. Die Wundheilung nach einer Zahnextraktion läuft so ab: Zunächst muss sich ein Blutkoagulum formen. Bei einem Blutkoagulum handelt es sich um einen Blutpfropf. Der ist enorm wichtig, denn wenn er sich nicht optimal ausbildet, fehlt der Schutz der Extraktionsalveole und es kann häufig zu einer Wundinfektion kommen. Das Blutkoalgulum wird anschließend von Fibroblasten (Bindegewebszellen) infiltriert und durch diese ersetzt. In der Folge wachsen feine Blutgefäße in und durch den Kegel. Das ermöglicht die optimale Versorgung mit Nährstoffen und Sauerstoff des Übergangsgewebes. Auch die Knochenregeneration wird so unterstützt.

3. Kollagen nach Zahnextraktion: Gesteuerte Knochenregeneration

Bei der Regeneration von Geweben spielt Kollagen eine große Rolle. So kommt vor allem auch nach OPs bei Zähnen Kollagen zum Einsatz – wie gesehen meist in Form eine Kollagenkegels nach einer Zahnextraktion. Diese Kegel werden in die Wunde eingesetzt, unterstützen hier die Wundheilung und helfen Blutungen zu stillen. Außerdem schützten sie die Wunde vor Essensresten und Bakterien. Ein großer Vorteil von Kollagenkegeln ist, dass sie am Ende nicht wieder entnommen werden müssen. Sie resorbieren nach wenigen Wochen und bieten sich daher bei Zahnimplantaten, Weisheitszahnentfernungen oder nach Entnahmen von Biopsien an. 

Auch bei der gesteuerten Knochenregeneration kommt Kollagen zum Einsatz. Knochendefekte im Kiefer entstehen häufig bei längerer Zahnlosigkeit nach einer Zahnextraktion. Wenn nämlich ein Zahn entfernt und nicht zeitnah ersetzt wird, so bildet sich der Knochen im Bereich der Wunde zurück, da er nicht mehr belastet wird. Um ein Implantat setzen zu können, muss nun aber zunächst neuer Knochen aufgebaut werden. Denn die künstliche Zahnwurzel muss für sicheren Halt komplett von Knochen umgeben sein. Daher hat sich die gesteuerte Knochenregeneration als fester Bestandteil in der Implantologie etabliert. Hierbei wird durch den Einsatz von Barrieremembranen die Regenerationsfähigkeit des eigenen Knochens genutzt und so der verschwundene Kieferkammknochen wiederaufgebaut. Dadurch wird das Setzen eines Implantates möglich. 

Der Kieferkammknochen soll dabei nicht nur repariert, sondern regeneriert werden. Dafür braucht es den Schutz einer Membran, die als mechanische Barriere dient, unter der der körpereigene Knochen sich neu bilden kann. Denn ohne die Membranbarriere würde sich anstelle des langsam neu wachsenden Knochens ein schneller wachsendes Bindegewebe bilden. Und genau für diese Membranen kommt häufig unvernetztes Kollagen zum Einsatz. Zunächst wird die Schleimhaut zwischen Kieferknochen und der darüber befindlichen Kieferhöhle angehoben. Nun kann die Membran und ggf. Knochenersatzmaterial oder körpereigenes Material in den Zwischenraum eingefüllt werden. Als Membran trennt das Kollagen den Hohlraum vom Knochen ab und bedeckt diesen vollständig. Hier wird sie fixiert und der zuvor abgelöste Lappen aus Schleimhaut vollständig darüber geklappt und vernäht. Der Vorteil vom Einsatz von Kollagen – also einem resorbierbaren Material – ist, dass kein zweiter chirurgischer Eingriff zur Entnahme nötig ist. Der Knochen kann sich nun unter der schützenden Membran neu bilden und das Kollagen löst sich nach einiger Zeit einfach von selbst auf.

4. Kollagen zum Zahnfleischaufbau

Für ein strahlendes Lächeln brauchen wir mehr als nur schöne Zähne. Auch das Zahnfleisch sollte gesund und vital wirken. Gesundes Zahnfleisch ist um die Zähne herum fester als die restliche bewegliche Schleimhaut. Es sollte gegen Druck und Reibung Widerstand geben, zudem hat es eine selbstreinigende Funktion. Das Zahnfleisch umschließt den Zahn und sorgt für einen sicheren Halt. Außerdem schützt es den Zahnhalteapparat vor Bakterien. 

Geht das Zahnfleisch nun aber zurück, hat das zum Teil nicht nur ästhetische Beeinträchtigungen, sondern es kann auch die Kaufähigkeit etwa von knusprigen Speisen einschränken. Zudem kann für die Betroffenen die Mundhygiene erschwert werden, da das Zahnfleisch nun unter Umständen schmerzt und blutet. Die Folge daraus wiederum kann eine Gingivitis, also eine Entzündung des Zahnfleisches sein. Wird die Entzündung chronisch, kann es auch zu einem Verlust von Knochen und Zahnfleisch kommen. Freiliegende Zahnhälse, die überempfindlich auf Warmes, Kaltes, Süßes und Saures reagieren oder die Notwendigkeit, Implantaten zu setzen, können die Folge sein. Ist es einmal so weit gekommen, ist die Therapie meist teuer, zeitaufwendig und kompliziert. 

Einer der Hauptgründe für zurückgehendes Zahnfleisch ist Plaque, der sich zwischen Zahn und Zahnfleisch sammelt. Aber auch Verletzungen des Zahnfleisches durch eine falsche Putztechnik oder Zungen- und Lippenpiercings können Grund für eine Zahnfleisch-Rückbildung sein. 

Eine innovative Behandlungsmöglichkeit stellt auch hier der Einsatz von Kollagen dar. Es wird eine resorbierbare Kollagenmatrix angewendet, die auf die freiliegenden Zahnhälse transplantiert wird. Die verwendete Kollagenstruktur ähnelt der menschlichen sehr. Daher integriert es sich in das umliegendes Weichgewebe und bildet sich zu Bindegewebe um. 

Du hast eine Zahn-OP hinter dir und möchtest dir etwas Gutes tun? Dann greife doch zu einer guten Knochenbrühe, die ihrerseits viel Kollagen enthält und eine wohltuende Speise vor allem nach zahnärztlichen Eingriffen ist: Du brauchst nichts zu kauen, die Brühe füllt Flüssigkeitsverluste auf und unterstützt mit dem enthaltenen Kollagen die Wundheilung. Rezeptideen findest du hier: Leckere Rezepte mit Kollagen und Gelatine

 

 

Weiterführende Informationen findest du in unserem ausführlichen Kollagen-Leitartikel: https://bonebrox.com/kollagen/

 

 

Quellen:

http://www.zahngesundheit-online.com/Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie/Gesteuerte-Knochenregeneration/

https://www.dentalepraxisklinik.de/fuer-patienten/oralchirurgie/zahnentfernung-freilegunghttp://www.amc-oraltec.de/kollagenkegel—vlies.html

https://www.zwp-online.info/fachgebiete/oralchirurgie/problemmanagement/medikamentoes-verursachte-blutgerinnungsstoerungenhttps://botiss-dental.com/de/products/collacone-de/

https://www.drs-kisters.de/wp-content/uploads/2016/06/Kisters_Stadtmagazin_76.pdf

https://www.oralchirurgiewallgraben.de/leistungen/kieferchirurgie/parodontalchirurgieMucograft_patient_information_gain_of_keratinised_tissue_de.pdf

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