Kollagen hat in unserem Körper verschiedene Funktionen. Es ist ein Strukturprotein, das etwa 30% des Proteinanteils in unserem Körper ausmacht. Vornehmlich findet es sich im Bindegewebe, welches seinerseits vielseitige Funktionen im Körper erfüllt: Es bestimmt die Spannkraft der Haut, dient als Wasserspeicher oder ist für die Stabilität des Stützapparates der inneren Organe verantwortlich – kurzum: Für unseren Körper ist Bindegewebe – und damit auch Kollagen – unverzichtbar. Apropos Kollagen und Bindegewebe, die meisten von euch denken dabei sicherlich zuerst an die unliebsame Bindegewebeschwäche Cellulite. Auch hier spielt das Kollagen gegen Cellulite eine bedeutende Rolle. Und auch während einer Schwangerschaft kann es sinnvoll sein, das körpereigene Kollagendepot aufzufüllen. Warum? In diesem Artikel erfährst du mehr:

  1. Kollagen und Bindegewebe
  2. Kollagen gegen Cellulite
  3. Kollagen in der Schwangerschaft

1. Kollagen und Bindegewebe

Das Wort Bindegewebe bezeichnet verschiedene Gewebetypen. Sie kommen in allen Bereichen des Körpers vor und dienen verschiedenen Funktionen Im Bindegewebe befindet sich vornehmlich Kollagen. Es kann – je nach seiner Beschaffenheit – einen Hauptteil der extrazellulären Matrix ausmachen. So bestimmt es etwa die Flexibilität der Knochen, die Druckresistenz von Gelenkknorpel und die Widerstandsfähigkeit von Bändern und Sehnen. Der Begriff Kollagen leitet sich ab von dem griechischen Wort kolla, was so viel wie Leim bedeutet und die Funktion des Proteins in unserem Körper bereits ziemlich gut umschreibt. Vielleicht kennst du Kollagen auch geschrieben als Collagen. Das ist die internationale Schreibweise.

Kollagenfasern sind aus vielen kleinen Kollagenmolekülen aufgebaut. In unserem Körper gibt es verschiedene Typen von Kollagen. Inzwischen unterscheidet man zwischen 28 Typen. Jede dieser Untergruppen verfügt über bestimmte Eigenschaften und diese erfüllen spezielle Funktionen im Bindegewebe. Dementsprechend kommen die einzelnen Kollagen- Typen in verschiedenen Geweben vor. Sie entscheiden darüber, welche Eigenschaften das Gewebe hat, aber auch ob es gesund und stark ist. In der Haut zum Beispiel – hier ist Kollagen das wichtigste Strukturprotein – bestimmt die Beschaffenheit des Kollagens über ihre Elastizität und Festigkeit. So lassen sich etwa Falten und auch Cellulite auf Veränderungen des Kollagens zurückführen. Mehr zu der Wirkung von Kollagen in der Haut erfährst du unter Welche Wirkung hat Kollagen auf Haut, Haare und als Anti-Aging-Mittel?

Nicht nur für die Haut, sondern auch an vielen anderen Stellen im Körper ist das Kollagen im Bindegewebe wichtig. So auch unter anderem im Bewegungsapparat. Wird hier Kollagen ab- oder umgebaut, kann das schwerwiegende Folgen haben: Bewegungseinschränkungen, Leistungsminderung und sogar chronische Beschwerden können das Resultat sein. Kollagen und Bindegewebe gehören also untrennbar zusammen.

Ein Blick ins Bindegewebe

Die extrazelluläre Matrix unseres Bindegewebes besteht wie eingangs erwähnt zu einem Großteil aus Kollagen. Sie bildet zusammen mit den Bindegewebszellen ein dreidimensionales Maschenwerk. Die Zwischenräume werden durch Proteoglykane aufgefüllt, die Wasser binden und ein Netz mit dem Kollagen bilden. Das macht unser Bindegewebe elastisch. Bindegewebe hat verschiedene Funktionen im Körper: Es schützt beispielsweise Organe, kann als Gleitschicht fungieren oder auch die Stützstrukturen des Körpers bilden. Unterschieden wird zwischen speziellen Bindegewebstypen wie z. B. lockerem und straffem Bindegewebe. So gehören im weiteren Sinne etwa auch Blut sowie Knorpel- und Knochengewebe zu den Bindegeweben. Es wirkt also wie ein stützendes Skelett im menschlichen Körper, denn es ist an Formgebung und -erhaltung beteiligt.

Bildung von Kollagen im Bindegewebe

Unser Körper kann Kollagen selbst bilden. Dafür sind die Fibroblasten zuständig. Fibroblasten sind Bindegewebszellen und die zahlenmäßig häufigsten Zellen in unserem Bindegewebe. Essentiell für die Bildung von Kollagen ist Vitamin C. Davon müssen wir genügend über die Nahrung aufnehmen, denn auch für andere Stoffwechselprozesse wird es benötigt. Wie Kollagen genau gebildet wird und welche Rolle das Vitamin C dabei spielt, erfährst du übrigens im Artikel Wo kommt Kollagen vor – und wie kannst du deine Kollagenbildung anregen?

Wenn wir aber älter werden – etwa ab dem 25. Lebensjahr – verliert der Körper zunehmend die Fähigkeit das Protein selbst  zu produzieren. Dieser Mangel an Kollagenfasern zeigt sich optisch in Form von schwachem Bindegewebe und Falten. Aber die gute Nachricht ist: Wir können den Körper bei der Kollagenproduktion unterstützen. Nämlich indem wir kollagenreiche Speisen zu uns nehmen. Dazu gehören zum Beispiel eine gute Knochenbrühe oder Gerichte mit Gelatine, die immerhin zu bis zu 90 % aus dem Protein besteht. Alternativ gibt es Kollagen Trinkampullen, Kollagen Kapseln oder Kollagen Pulver. Die Kollagenbestandteile sind über den Darm besonders gut resorbierbar und der Körper befördert sie über den Blutkreislauf direkt dahin, wo sie benötigt werden.

2. Kollagen gegen Cellulite

Cellulite – jeder kennt sie, die meisten Frauen haben sie sogar am eigenen Körper. Ob am Bauch, den Beinen oder am Po: Schätzungsweise haben bis zu 98 % aller Frauen weltweit die ungeliebte Orangenhaut. Sie tritt auf, wenn das Bindegewebe schwächer wird. Und auch wenn sie durch Fettablagerungen entsteht, so ist Cellulite bei weitem nicht nur ein Problem übergewichtiger Frauen. Auch sehr schlanke Frauen kämpfen mit den Dellen. Zudem können eine erblich bedingte Bindegewebsschwäche oder die nachlassende Östrogenproduktion ab den Wechseljahren die wellige Hautoberfläche begünstigen. Im Vergleich haben nur ca. 10 % aller Männer Cellulite und das aus einem ganz einfachen Grund: Ihr Bindegewebe ist anders strukturiert als das von Frauen. Das männliche Bindegewebe hat nämlich eine kreuzartige Struktur und ist zu einem Netz verwoben. Das lässt Fettansammlungen aus der Unterhaut meist nicht durchdringen und wird so auch nicht in Form von Orangenhaut sichtbar. Das Bindegewebe von Frauen hingegen verläuft senkrecht zur Hautoberfläche und sie verfügen über drei subkutane Fettschichten. Männer haben nur eine davon. 

Menschen, die etwas gegen ihre Cellulite tun möchten, können – neben gezieltem Sport – Nahrungsmittel zu sich nehmen, die das körpereigene Kollagen nähren. Viele Menschen haben damit gute Erfahrungen gemacht und berichten von einem Rückgang der Cellulite, wenn sie kollagenreiche Kost zu sich nehmen. Denn das Protein unterstützt die Hautelastizität und spendet Feuchtigkeit. Außerdem enthält Kollagen gegen Cellulite die Aminosäuren Prolin, Glycin, und Lysin die dabei helfen, Cellulite zu reduzieren und die Haut geschmeidiger zu machen.

Das legen auch Studienergebnisse nahe: Hier führten bereits 2,5 Gramm Kollagenhydrolysat täglich sechs Monate lang eingenommen zu einer Verbesserung von moderater Cellulite. Auch die Hautdichte verbesserte sich im Vergleich zur Kontrollgruppe, die kein Kollagen einnahm (Schunck 2015). 

Aktivierende Massagen, Wechselduschen sowie ausreichend Flüssigkeit zu sich zu nehmen sind weitere wichtige Punkte, die du im Kampf gegen die lästigen Hautdellen mit auf die Agenda setzen solltest. Und Kollagen gegen Cellulite? Einfach mal ausprobieren!

 

3. Kollagen in der Schwangerschaft

Auch in der Schwangerschaft kann die Aufnahme von Kollagen sinnvoll sein. Einerseits um ungeliebten Dehnungsstreifen vorzubeugen – der Effekt ist hierbei der gleiche wie bei Cellulite – aber auch, um die Fortpflanzungsorgane zu unterstützen. Denn der Körper einer Frau läuft während einer Schwangerschaft zu Höchstleistungen auf. Immerhin muss ein zweiter kleiner Mensch nun mit versorgt werden. 

 

Kollagen in der Zervix und Frühgeburtlichkeit

Und was hat nun Kollagen genau mit der Schwangerschaft zu tun? Nähert sich der Zeitpunkt der Geburt, findet die sogenannte Zervixreifung statt. Das bedeutet, dass der Gebärmutterhals (Zervix) erweicht wird, um auf die bevorstehende Geburt vorbereitet zu werden. Die Zervix besteht zum Großteil aus Bindegewebe (etwa 90 %) – wie wir nun also wissen hauptsächlich aus Kollagen, daneben aus Elastin und Proteoglykanen. Während einer Schwangerschaft, der Geburt und der Nachgeburtsperiode ist die Zervix stetigen Umbauprozessen unterworfen: Während der Schwangerschaft ist die  Zervix etwa 4 cm lang und unnachgiebig. Für die Geburt muss sich der Gebärmutterhals nun schnell auf einen Durchmesser von 10 cm weiten. Er wird dünn wie Papier und weich, nur um sich nach der Geburt wieder in seine ursprüngliche, feste Form zurück zu verwandeln. Eine unglaubliche Veränderung innerhalb von kurzer Zeit, die sich durch die Reifungsprozesse in der späten Schwangerschaft ergeben. 

Findet die Zervixreifung allerdings vorzeitig statt, wird sie irreversibel in Gang gesetzt. Die Folge ist, dass die Zervix das Baby nicht mehr halten kann, es kommt also zur Frühgeburt. Die Hauptursache für perinatale Sterblichkeit stellt die Frühgeburtlichkeit dar. Perinatal beschreibt den Zeitraum um die Geburt herum. Die Wissenschaft ist noch dabei, die biologischen Grundlagen der Frühgeburt zu verstehen. Klar ist aber:

Das Bindegewebe der Zervix ist ein komplexes Zusammenspiel aus unter anderem Kollagen Typ I und III, Elastin, Fibroblasten, Proteoglykanen und einem Wasseranteil von bis zu 80 %. Diese Zusammensetzung ändert sich im Laufe der Schwangerschaft, der Geburt und der Nachgeburtsperiode. Ist die Frau nicht schwanger, besteht das Bindegewebe zu 80 % aus Kollagen. Im Verlauf einer Schwangerschaft nimmt nun zwar der absolute Kollagengehalt zu, insgesamt kommt es aber zu einer Verminderung der Kollagenkonzentration in der Zervix. Das ist ein ganz natürlicher Prozess. Kommt es nun aber verfrüht zu einem Abbau der Kollagenstruktur, spricht man von einer Zervixinsuffizienz, also einer Gebärmutterhalsschwäche. Sie ist eine wichtige Ursache für Frühgeburten. Denn die Kollagenstruktur ist verantwortlich für die Festigkeit der Zervix.

Wie wir schon gesehen haben, ist Vitamin C ein wichtiger Kofaktor für die Kollagensynthese. Es fehlen zwar entsprechende Studien dazu, aber Experten halten es für denkbar, dass ein extremer Vitamin C-Mangel Frühgeburten begünstigen könnte. Von daher kann es womöglich hilfreich sein, während einer Schwangerschaft auf das eigene Vitamin C- und Kollagendepot acht zu geben und es über die Nahrung auszugleichen.

Rezeptideen findest du nun im Artikel Leckere Rezepte mit Kollagen und Gelatine.

Weiterführende Informationen findest du in unserem ausführlichen Kollagen-Leitartikel: https://bonebrox.com/kollagen/

Quellen:

https://www.netztherapeuten.de/blog/grundsubstanz-bindegewebe-was-ist-eine-kollagen-und-grundsubstanz-synthese-des-bindegewebes/

https://flexikon.doccheck.com/de/Bindegewebe

https://www.amigaprincess.com/straffes-bindegewebe-dank-kollagen/

https://www.universitatsmedizin-goettingen.de/knochenbruehe-vorteile-fuer-die-verdauung-arthritis-und-cellulite/

https://books.google.it/books?id=lvsmBAAAQBAJ&pg=PA450&dq=kollagen+schwangerschaft&hl=de&sa=X&ved=0ahUKEwio0pLKz8_iAhVJyaQKHYGRAw4Q6AEIKTAA#v=onepage&q=kollagen%20schwangerschaft&f=false

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